München. BMW will auf Basis des für 2021 geplanten Modells iNext auch Fahrzeuge mit konventuionellen Verbrennungsmotoren sowie Brennstoffzellenantrieb entwickeln. Das berichtet das Manager-Magazin. Damit will Vorstandschef Harald Krüger die Kosten für Elektroautos deutlich senken. Der Aufsichtsrat von BMW hat iNext dem Bericht zufolge Ende September zugestimmt.
BMW plant neue Generation von E-Autos
BMW rechnet damit, dass die Nachfrage nach Elektroautos ab 2023 deutlich ansteigt. Ähnlich hat sich auch Thomas Sedran geäußert, der Chefstratege des VW-Konzerns. Spätestens dann soll die Plattform fertig sein, auf der BMW neue Modelle mit verschiedenen Antriebsarten bauen will. Die Autohersteller stehen unter Zeitdruck: Bis etwa 2025 muss der Anteil an Elektroautos auf rund 25 Prozent steigen, ansonsten überschreiten die Hersteller die Abgas-Grenzwerte der EU. In diesem Fall drohen ihnen hohe Strafzahlungen.
Das Problem ist nur: Bisher haben die Kunden kein großes Interesse an Elektroautos erkennen lassen. Die bekannten Probleme (hohe Preise, geringe Reichweiten und schlechte Ladeinfrastruktur) führen in Verbindung mit den momentan günstigen Spritpreisen dazu, dass selbst die von Staat und Autobauern gemeinsam finanzierte Kaufprämie für E-Autos diesen bisher nicht zum Durchbruch verholfen hat. Momentan sind Elektroautos für die Hersteller ein Zuschussgeschäft, das sie mit den Gewinnen aus dem Verkauf von Autos mit konventionellen Antrieben bezahlen.
Gerade BMW hat sich bei der Elektromobilität besonders weit aus dem Fenster gelehnt. Die Gründung der Submarke BMW i, die Entwicklung des Elektroautos i3 und die Hybrid-Sportwagens i8 sowie das gemeinsam mit SGL Carbon gebaute Karbonfaserwerk in Moses Lake haben Milliarden verschlungen.
Erste Erfolge kann der Autobauer inzwischen feiern: Nach Informationen der Automobilwoche wird sich der Absatz von Elektro- und Hybridautos von BMW in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr verdoppeln.
Harald Krüger ist seit Mai 2015 Chef von BMW. Zu Anfang warfen ihm Kritiker vor, er sei nicht entscheidungsfreudig genug und suche zu lange nach Kompromissen. Inzwischen jedoch hat er sich umgestellt. Zwar sei er immer noch der Meinung, dass eine neue Strategie intensiv diskutiert werden müsse. Das schafft ein gemeinsames Fundament." Aber irgendwann müsse eine Entscheidung gefällt werden. "Dann behalte ich mir das letzte Wort vor."
Seit seinem Zusammenbruch bei der Pressekonferenz auf der IAA 2015 gönnt sich der Manager mehr Pausen: "Ich genehmige mir inzwischen regelmäßig Auszeiten, um zentrale Themen tiefer zu durchdringen."