BMW wird momentan gleich in zweifacher Hinsicht von der Weltpolitik gebremst: Das im Bau befindliche Werk in Mexiko wäre deutlich weniger rentabel, wenn Donald Trump als US-Präsident seine Drohung wahr machen und einen Einfuhrzoll von 35 Prozent verhängen würde (Warum das nicht so einfach ist, lesen Sie hier). Zudem trifft der wahrscheinliche Abschied Großbritanniens aus dem europäischen Binnenmarkt BMW besonders, weil die beiden Tochterfirmen Mini und Rolls-Royce in Großbritannien produzieren. Sollte künftig Zoll auf exportierte Autos erhoben werden, wäre das vor allem für Mini ein Problem. Bei Rolls-Royce dürften die Auswirkungen geringer sein.
"Zusätzliche Zoll- und Handelsschranken stellen uns immer vor die Herausforderung, dass wir unsere Lieferbeziehungen darauf ausrichten müssen. Wir bemühen uns, im selben Währungsraum einzukaufen, aber natürlich sind nicht alle Lieferanten direkt bei unseren Werken angesiedelt", sagt Einkaufsvorstand Markus Duesmann der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". In die Modernisierung der Mini-Fabrik in Oxford hat BMW in den vergangenen Jahren fast zwei Milliarden Euro investiert. "Es kommt der Zeitpunkt, an dem wir in Oxford maßgebliche Investitionsentscheidungen treffen müssen. Diese werden sich an den dann geltenden Rahmenbedingungen orientieren", sagt Duesmann. "Aber den Modellzyklus unseres Mini stimmen wir ganz sicher nicht auf den Brexit ab. Und die britische Regierung hat gewiss ein Interesse daran, große Arbeitgeber im Land zu halten."