München. Verkehrsstaus verursachen für Haushalte in den 22 größten deutschen städtischen Gebieten pro Jahr 7,5 Milliarden Euro zusätzliche Kosten - das sind 509 Euro pro Haushalt, die durch direkte und indirekte Staukosten entstehen. Das hat eine Studie über die wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen von Staus ergeben, die vom Centre for Economics and Business Research (Cebr) im Auftrag von Inrix, einem Anbieter von Verkehrsdienstleistungen und -informationen, durchgeführt wurde.
„Millionen von Menschen nutzen jeden Tag das Auto, um zur Arbeit zur kommen. Diese Studie zeigt den starken Einfluss, den Staus auf die deutsche Wirtschaft haben“, erklärt Andreas Hecht, Vice President und General Manager bei Inrix. „Staus verringern die Produktivität und führen dazu, dass Pendler mehr zahlen müssen und gleichzeitig sogar weniger Freizeit haben. Außerdem wird dadurch auch der Umwelt geschadet. Deshalb müssen wir handeln und Big Data, also die riesigen vorhandenen Datenmengen, intelligent nutzen, um Staus und Nadelöhre in Deutschland zu verringern.”In Deutschland fahren 66 Prozent der arbeitenden Bevölkerung mit dem Auto zur Arbeit - und das zu Stoßzeiten. Das führt dazu, dass der durchschnittliche deutsche Autofahrer jährlich etwa 38 Stunden im Stau verbringt. Das hat sowohl direkte als auch indirekte Kosten für Pendlerhaushalte zur Folge: Sowohl die Zeit , die im Stau verbraucht wird, anstatt produktiv zu arbeiten, als auch der zusätzliche Spritverbrauch wirkt sich auf die Geldbörsen aus. Die Tatsache, dass auch Geschäftsreisende und Lkws im Stau stehen, erlegt Unternehmen ebenfalls höhere Kosten auf, die diese wiederum über steigende Preise an die Verbraucher weitergeben. Das sind die indirekten Staukosten.Verkehrsdaten
Big Data soll Autofahrer entlasten
Laut einer Studie des US-Verkehrsdatenspezialisten Inrix belasten Verkehrsstaus die 22 größten deutschen Städte erheblich. Die Kosten sind immens.
Verschwendung durch Stau
Staukosten für deutsche Haushalte: 7,5 Milliarden Euro. Davon 811 Millionen Euro direkte Kosten durch einen höheren Kraftstoffverbrauch. 4,6 Milliarden Euro direkte Kosten durch die Zeit, die im Stau verschwendet wird und zwei Milliarden Euro indirekte Kosten für die Haushalte. Dabei wurden Staukosten pro Haushalt in Höhe von 509 Euro ermittelt. Davon 61 Euro direkte Kosten durch einen höheren Kraftstoffverbrauch, 348 Euro direkte Kosten durch die Zeit, die im Stau verschwendet wird sowie 100 Euro indirekte Kosten für die Haushalte.
Beispiel Stuttgart. Die Bürger der Stadt verbringen jedes Jahr mehr als 59 Stunden im Stau. Fast eine Million Menschen fahren im Großraum Stuttgart mit dem Auto zur Arbeit. Höhere Lebenshaltungs- und Betriebskosten führen dazu, dass Kosten für Arbeitsstunden in Stuttgart ebenfalls höher sind. Autofahrern entstehen so etwa eine Milliarde Euro direkte und indirekte Kosten - das sind etwa 981 Euro pro Pendlerhaushalt im Jahr.Verkehrstaus haben nicht nur wirtschaftliche sondern auch ökologische Folgen. So werden in Großbritannien, Frankreich und Deutschland 1,894 Kilotonnen CO2 ausgestoßen. Das entspricht den Emissionen von 120.000 Haushalten in diesen Ländern oder der Herstellung von Gütern im Wert von 6,9 Milliarden Euro. Wollte man diese Luftverschmutzung durch das Pflanzen von Bäumen auffangen, müssten 189 Millionen Laubbäume auf einer Fläche von 767 Quadratkilometern gepflanzt werden - ein Gebiet so groß wie 90 Prozent von Berlin.Der komplette Report kann unter [email protected] angefordert werden.
Lesen Sie auch: