München. Bernd Bohr, Chef der Kfz-Technik beim weltgrößten Zulieferer Bosch, hält nicht viel von einer breiten Subventionierung der Elektromobilität. Er plädiert auf der Automobilwoche-Konferenz "Das neue Automobil" dafür, Zurückhaltung bei der Schaffung von Kaufanreizen zu üben: "Subventionen sind wie eine Droge. Wenn sie eine wettbewerbsfähige Industrie haben wollen, dürfen sie diese nicht lange subventionieren." Geld habe nur einen kurzfristigen katalysatorischen Effekt.
"Die automobile Welt befindet sich im Umbruch", so Bohr und mahnt zur Wachsamkeit: "Die Gewinner von heute müssen nicht die Gewinner vor morgen sein." Der Bosch-Manager geht davon aus, dass dieser Umbruch weit über den Antriebsstrang hinausgehen wird. Zwar rechnet Bohr damit, "dass die Welt immer elektrischer wird“ und das es "wichtig für die Elektromobilität ist, dass wir damit anfangen", doch in den nächsten zehn Jahren werden Elektrofahrzeuge nur über eine begrenzte Reichweite verfügen, so seine Einschätzung. Bohr glaubt, dass der Verbrennungsmotor noch ein erhebliches Potenzial von rund 30 Prozent zur Verbrauchsreduzierung besitzt. Chancen für die Brennstoffzelle sieht er vor allem dort, wenn damit große Fahrzeuge über lange Strecken bewegt werden müssen.