München. Die Autohersteller wappnen sich für den angekündigten Bahnstreik: Um einen Abbruch der Logistikkette und daraus resultierende Produktionsausfälle zu verhindern, setzen die Autohersteller ab heute die bereits erprobten Notfallpläne ein weiteres Mal ein. Die Lokführergesellschaft GDL hatte am gestrigen Dienstag angekündigt, bundesweit den gesamten Bahnverkehr zu bestreiken. Der Arbeitskampf im Güterverkehr beginnt am heutigen Mittwoch um 12 Uhr und soll zunächst bis kommenden Samstag bis um 2.00 Uhr in der Früh laufen.
Bei dem vorangegangenen 42-Stunden-Streik der Bahn im Güterverkehr (8. bis 10. November) hatte die deutsche Automobilindustrie mithilfe der Nofallpläne einen Produktionsausfall noch vermeiden können. Fraglich ist allerdings, ob diese Notfallpläne auch bei diesem längeren, zunächst für 62 Stunden geplanten Streik einen größeren Schaden verhindern können. „Dieser angekündigte Streik stellt unsere Logistik vor noch größere Herausforderungen als dies schon beim ersten Streik der Fall war“, sagte ein Audi-Sprecher. Ernst-Hermann Krog, Leiter der Markenlogistik von Audi, schließt Produktionsausfälle nicht aus.
Auch bei BMW spricht man von einer „großen logistischen Herausforderung“. Audi hat sich bereits frühzeitig Speditionskapazitäten gesichert, um Neuwagen von den Werken Ingolstadt und Neckarsulm abtransportieren zu können. Im Normalfall transportiert der Ingolstädter Autobauer Neufahrzeuge zu 60 Prozent über die Schiene, zudem ein Drittel der Materialversorgung. Wie der Audi-Sprecher mitteilte, hat der Premiumhersteller die Zusicherung der Bahn, dass die "Automotive Transporte sehr hohe Priorität genießen".