Winterthur. Der Akustikspezialist Autoneum verkauft seine italienische Tochtergesellschaft Autoneum Italy. Welche Summe das ehemals vom Rieter-Konzern abgespaltene Unternehmen für die vier Fabriken in Italien mit rund 730 Mitarbeitern erzielt, wurde nicht bekannt gegeben. Käuferin des Tochterunternehmens ist die deutsche Industrieholding Mutares, die sich auf den Erwerb und die Sanierung von mittelständischen Unternehmen in einer Umbruchsituation spezialisiert hat. Als Grund für den Verkauf der italienischen Tochtergesellschaft wurde von Autoneum die schwachen Nachfrage auf dem europäischen und insbesondere auf dem italienischen Markt genannt. Daher sollten Produktionskapazitäten gestrafft werden.
Durch den Verkauf reduziert Autoneum die Kapazitäten in Westeuropa um vier auf 15 Produktionsstandorte und fokussiert sich zukünftig auf seine Kernkompetenz des Akustik- und Wärmemanagements für Pkw. Bereits vor einigen Wochen hat Autoneum zur beabsichtigten Schließung des Werks im französischen Dieppe und der damit verbundenen Verlagerung von Aktivitäten an andere europäische Autoneum-Standorte erste Gespräche mit den Gewerkschaften und dem Betriebsrat aufgenommen. Die von ihnen und den zuständigen Behörden erforderliche Zustimmung zur Werksschließung wird frühestens im vierten Quartal 2013 erwartet, heißt es bei Autoneum.Autoneum verkauft italienische Tochter an Mutares
Im ersten Halbjahr 2013 verzeichnete der Zulieferer einen weiteren Anstieg bei Umsatz und Ergebnis. Nach Angaben der Schweizer haben dazu vor allem Marktanteilsgewinne bei globalen Kunden sowie hohe Lieferanteile bei absatzstarken Fahrzeugmodellen in Nordamerika und Asien beigetragen. Mit einer Umsatzsteigerung von 10,8 Prozent in Lokalwährungen übertraf Autoneum die Entwicklung der weltweiten Automobilproduktion (1.4 Prozent) erneut deutlich. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg von 36,1 Millionen Schweizer Franken auf 55,9 Millionen Schweizer Franken; dies entspricht einer EBIT-Marge von 5,2 Prozent. Der Konzerngewinn erhöhte sich im ersten Halbjahr 2013 um 19,1 Millionen Schweizer Franken auf 31,3 Millionen Schweizer Franken.
Dabei haben alle vier Geschäftsbereiche das Betriebsergebnis (EBIT) gegenüber der Vorjahresperiode gesteigert, wobei teilweise schwach ausgelastete Kapazitäten in Europa, insbesondere in Frankreich und Italien, eine höhere EBIT-Marge verhindert haben.Auch dank des verbesserten Finanzergebnisses erhöhte sich der Konzerngewinn vor Steuern substanziell um 21,9 Millionen Schweizer Franken auf 47,4 Millionen Schweizer Franken. Der Vorsteuergewinn verteilte sich günstiger auf die Tochtergesellschaften, was zu einer deutlich tieferen Steuerquote führte. Der Konzerngewinn erhöhte sich von 12,2 Millionen Schweizer Franken auf 31,3 Millionen Schweizer Franken; dies entspricht einer Gewinnmarge von 2,9 Prozent (Vorjahr 1,3 Prozent).