Berlin. Die Autobranche in Deutschland erwartet im kommenden Jahr stürmischere Zeiten und bereitet sich auf eine schwächere Automobilkonjunktur vor. Die Industrie hat aber aus der großen Branchenkrise 2008/09 gelernt und sieht sich deutlich besser aufgestellt, um diesmal rechtzeitig gegenzusteuern.
Nicht zuletzt sind die meisten Unternehmen finanziell deutlich besser abgesichert als noch vor wenigen Jahren. Dies ist ein Fazit, dass am Donnerstag einvernehmlich namhafte Vertreter der Branche beim Kongress der Automobilwoche in Berlin zogen. "Sich wetterfest machen in der Finanzposition ist heute ein Muss", sagte Brose-Chef Jürgen Otto bei einer Abschluss-Diskussion mit mehreren leitenden Automobilmanagern.
Getrag-Präsident Tobias Hagenmeyer zeigte eindrucksvoll, wie sich der Getriebebauer nach seiner existenziellen Krise im Jahr 2008/09 durch gezielte Desinvestitionen und eine Konzentration auf Kerngeschäfte gesundschrumpfte. Der Getrag-Präsident betonte, dass Zulieferer sich nicht auf Gedeih und Verderb auf einige wenige Hersteller verlassen dürften. "Man muss immer seinen eigenen Kopf einschalten", riet er.
So verfolgten derzeit beispielsweise alle drei deutschen Premiumhersteller das Ziel, bis 2020 Marktführer im Premiumsegment zu werden. "Da muss man als Zulieferer schon selber nachdenken und sich fragen, welche Marke und welche Modelle in zehn Jahren das Rennen machen werden."