Der Juli 2017 war der vierte Monat in Folge mit sinkendem Autoabsatz in Großbritannien. Nach Angaben des Branchenverbands SMMT (Society of Motor Manufacturers and Traders) ist das die längste Durststrecken seit 2011. Die Zahl der Neuzulassungen sank um 9,3 Prozent auf Autos. Sowohl bei den Händlern als auch im privaten Bereich sei die Kaufzurückhaltung spürbar gewesen, sagte SMMT-Chef Mikes Hawes.
Als wahrscheinlichster Grund gilt die Verunsicherung der Kunden durch den Austritt des Landes aus der Europäischen Union. Über ein Jahr nach der entsprechenden Volksabstimmung und mehrere Monate nach dem Beginn des offiziellen Austrittsverfahrens ist noch immer nicht klar, wie die Beziehungen von Großbritannien zum Rest des Kontinents künftig aussehen sollen. Für die Wirtschaft ist vor allem entscheidend, ob das Land den freien Zugang zum EU-Binnenmarkt behält. Das gilt allerdings als unwahrscheinlich. Die EU will das nur zugestehen, wenn Großbritannien die Freizügigkeit der Arbeitnehmer weiterhin garantiert – und diese einzuschränken, war ein wichtiges Argument der Brexit-Befürworter. "Die Regierung muss mit Blick auf den Brexit schnell konkrete Pläne vorlegen", forderte Hawes.