Sao Paulo. Audi will im kommenden Jahr entscheiden, ob das Unternehmen erneut eine Produktion in Brasilien startet. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Konkurrent BMW plant ein Werk dort, ebenso wie die japanischen Marken Acura und Infiniti, Tochterfirmen von Honda und Nissan.
"Wir stehen am Anfang des Projekts und haben noch nichts entschieden", sagt Leandro Radomile, der Chef von Audi in Brasilien. Die einfachste Option wäre es, wenn Audi das bereits bestehende Werk der Konzernmutter Volkswagen mit nutzen würde, schreibt unsere Schwesterzeitung Automotive News Europe. Diese Möglichkeit hat das Unternehmen schon einmal genutzt: Von 2000 bis 2006 wurde im VW-Werk im Bundesstaat Parana das Kompaktmodell A3 produziert. Die brasilianische Regierung hat durch höhere Steuern auf im Ausland hergestellte Fahrzeuge und Beschränkung der Importe aus Mexiko das Geschäft der Autobauer erschwert. Audi hatte geplant, in diesem Jahr 5700 Autos in Brasilien zu verkaufen. Ie neuen Bestimmungen erlauben jedoch nur den Import von 4800 Fahrzeugen. Auf weitere muss eine erhöhte Steuer von 30 Prozent gezahlt werden.Audi entscheidet 2013 über Produktion in Brasilien
Der Ingolstädter Premiumhersteller Audi wird im kommenden Jahr darüber entscheiden, ob er die Produktion in Brasilien wieder aufnimmt. Das südamerikanische Land gilt als einer der wIchtigsten Wachstumsmärkte - doch vor Kurzem hat die Regierung die Gesetze verschärft.
Brasilianischer Markt wächst weiter
Der brasilianische Markt, der viertgrößte der Welt, wächst nach wie vor. Honda teilte im Oktober mit, dass seine Marke Acura dort ab 2015 angeboten wird, Nissan will den Verkauf von Infiniti-Modellen 2014 starten. "Die Reichen werden reicher in Brasilien", sagte der stellvertretende Vorsitzende von General Motors in Südamerika, Jaime Ardila, auf der Sao Paulo Motor Show in diesem Jahr. "Es ist Zeit, darüber nachzudenken, ob wir Cadillac dort anbieten."
BMW hat im Oktober angekündigt, 200 Millionen Euro in ein Werk im südlichen Bundesstaat Santa Catarina bauen und dort ab Ende 2014 bis zu 30.000 Fahrzeuge produzieren zu wollen. Der schwedische Autobauer Volvo rechnet damit, das der Markt für Premiumautos in Brasilien bis 2016 von heute 50.000 Fahrzeugen im Jahr auf zwischen 120.000 und 13000 Autos wachsen wird.
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