In den Verhandlungen um die Zukunft der kriselnden Werkstattkette Auto Teile Unger (ATU) hat es eine Einigung gegeben. Die Vermieter haben sich auf eine deutlich Senkung der Mieten eingelassen. "Das Ergebnis markiert einen Meilenstein bei der Neuausrichtung von ATU. Wir haben nun die Chance, im Schulterschluss mit unserem künftigen Eigentümer Mobivia Groupe den Weg zurück zu Wachstum und Profitabilität fortzusetzen", sagte CEO Jörn Werner, der dem Mitarbeitern schriftlich für ihre Geduld dankte.
Der Weidener Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch (SPD) sprach von einem "Sieg der Vernunft". Auch der Oberbürgermeister von Weiden, Kurt Seggeweiß (SPD), zeigte sich erfreut: "Heute ist ein großer Tag für ATU und damit für Weiden - und für die ATU-Mitarbeiter ein vorgezogener Heiliger Abend", sagte er der Zeitung "Der Neue Tag". Für das Geschäftsjahr 2016/17 hatte ATU einen Jahresumsatz von knapp einer Milliarde Euro angepeilt, was nach Jahren schrumpfender Erlöse erstmals wieder einen leichten Anstieg bedeuten würde.
"Mit der Einigung ist ATU von einem dreifachen Joch befreit", sagte Udo Schmode von der IG Metall in Berlin. Das Unternehmen sei entschuldet, müsse in Zukunft keine Horrormieten mehr bezahlen und habe zum ersten Mal seit 14 Jahren keinen Hedgefonds mehr als Eigentümer. "Seit langer Zeit können die Mitarbeiter von ATU wieder den Kopf heben", sagte Schmode.