DARUM GEHT'S: Die IG Metall fordert in den laufenden Tarifverhandlungen nicht nur eine Lohnerhöhung um sechs Prozent, sondern auch ein Recht auf eine zeitweise Reduzierung der Arbeitszeit zur Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen bei teilweisem Lohnausgleich. Den zweiten Punkt lehnt die Arbeitgeberseite kategorisch ab, weil seine Umsetzung ungerecht gegenüber regulären Teilzeitkräften wäre.
Seit dem Start der Warnstreiks Anfang Januar beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben bundesweit etwa 592.000 Beschäftigte, allein am Freitag seien es rund 55.000 bis zum frühen Nachmittag gewesen.
++++ 16:30 Uhr ++++
In Bayern und Baden-Württemberg legten jeweils mehr als 20.000 Beschäftigte die Arbeit nieder - darunter bei MAN und Siemens in Nürnberg und Amberg, bei BMW in Dingolfing und Regensburg und bei Audi in Neckarsulm.
Bayerns IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler sagte: "Der Ärger bei den Beschäftigten wächst spürbar. Sie brennen für ihre Forderungen nach mehr Geld und mehr Zeit und sind bereit, diese mit Macht durchzusetzen."
Arbeitgeber und Gewerkschaften wollen nächsten Donnerstag in München weiterverhandeln. Am Tag darauf (26. Januar) will die IG Metall über ganztägige Warnstreiks oder eine Urabstimmung entscheiden. In Bayern arbeiten etwa 835.000 Menschen in der Branche.
++++14:30 Uhr++++
Die IG Metall Baden Württemberg zeigte sich am Ende der zweiten Warnstreik-Woche zufrieden: Mehr als 167.000 Beschäftigte hätten zeitweise die Arbeit niedergelegt. Der DGB-Landesvorsitzende Martin Kunzmann sagte, ein erfolgreicher Abschluss würde nicht nur die Metall- und Elektrobranche, sondern die ganze Gesellschaft voranbringen.
++++ 14:00 Uhr +++++
Beschäftigte des Zulieferers Mahle legen die Arbeit nieder. Allein am Standort Bad Cannstatt folgten mehr als 450 Mitarbeiter dem Aufruf der IG Metall, konzernweit waren es rund 3000.
++++13:00 Uhr++++
Konrad Ott, Geschäftsführer der IG Metall Ludwigsburg, erwartet, „dass die Arbeitgeber von ihrem hohen Ross steigen und sich endlich auf die Menschen zubewegen“. Durch die rege Beteiligung der Beschäftigten an den Warnstreiks sieht er die Forderungen der Gewerkschaft bestätigt.
++++12:00 Uhr++++
Vor der vierten Verhandlungsrunde gibt sich der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hart: Der von der IG Metall verlangte teilweise Lohnausgleich für Teilzeitbeschäftigte verstoße gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung, betonte Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger in der "Wirtschaftswoche". "Diese Ungleichbehandlung können wir nicht akzeptieren. Sie wäre das Gegenteil von gerecht. Deshalb sind wir strikt dagegen."
Am Mittwoch beginnt in Böblingen die vierte Verhandlungsrunde. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann droht vorsichtshalber schon einmal, man werde am kommenden Freitag (26.1) über eine weitere Eskalation entscheiden: "Wir sind auf alles vorbereitet - auch auf bundesweite ganztägige Warnstreiks oder eine Urabstimmung und damit unbefristete Flächenstreiks in einzelnen Regionen."
Die Arbeitgeberseite drängt auf einen schnellen Abschluss. "Es wäre für uns alle gut, wenn wir bis Anfang Februar durch wären", sagte Dulger. "Wir wollen die Auseinandersetzung am Verhandlungstisch lösen. Ein Streik kann immer nur die Ultima Ratio sein."
Die Arbeitgeber haben eine Einmalzahlung für drei Monate und danach zwei Prozent mehr Lohn angeboten. Nach Dulgers Worten wollen die Arbeitgeber zudem eine längere Laufzeit erreichen. "Zwei Jahre wären nicht schlecht", sagte er der "Wirtschaftswoche".
Informationen über die bisherigen Streiks finden Sie hier