Alfred Weber ist neuer Aufsichtsratschef von Grammer. Der frühere Chef von Mann+Hummel war erst von der Hauptversammlung am 9. Juli in das Gremium gewählt wurde und wurde in der ersten Sitzung zum Vorsitzenden bestimmt. Die Hauptversammlung hat neben Weber noch Ping He, Jürgen Kostanjevec und Gabriele Sons in den Aufsichtsrat gewählt. Aufgrund der Corona-Krise zahlt Grammer für das vergangene Jahr keine Dividende.
Die Zahlen für das vergangene Jahr sind mit einem Umsatz von mehr als zwei Milliarden Euro, einem EBIT von 77 Millionen Euro sowie einer Marge von 3,8 Prozent sehr ansehnlich. Doch in Zukunft wird sich auch bei Grammer einiges ändern, nicht nur aufgrund der Corona-Krise. "Schon vor Corona war es schwierig", sagte Vorstandschef Thorsten Seehars.
Geopolitische Probleme wie der Brexit und der Handelsstreit zwischen den USA und China wirken sich auch auf das Geschäft von Grammer aus. Nun kommt der drastische Einbruch des Automarktes aufgrund der Corona-Krise hinzu. Kurzfristig kam es zu Kurzarbeit, wie sich die Krise langfristig auswirkt, steht noch nicht fest. Jedenfalls muss Grammer sparen.
Der Wandel der Automobilindustrie hin zu Elektroautos und autonomem Fahren macht Grammer allerdings weniger Sorgen als vielen anderen Zulieferern. Auch Elektroautos brauchen ein Interieur, bei autonom fahrenden Autos wird es sogar an Bedeutung gewinnen. "Das Interieur wird immer mehr zum USP der Kunden", sagte Seehars im Interview mit der Automobilwoche. Eine geplante Erweiterung des Kreditrahmens soll weiteres Geld in die Kassen spülen.
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