Eschborn. Die Abwrackprämie wirbelt die Marktanteile der Hersteller in Deutschland kräftig durcheinander. Die neuesten Zahlen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zeigen, dass im ersten Halbjahr vor allem die koreanischen Hersteller ihre Marktstellung in Deutschland ausbauen konnten. Auch die französischen und italienischen Hersteller gehören zu den Gewinnern.
Klare Verlierer im Prämienrausch sind aber die deutschen Premiummarken Mercedes, BMW, Porsche und Audi. Auch Opel hat trotz guter Verkaufserfolge beim neuen Insignia nicht in dem Maße von der Abwrackprämie profitiert, wie es dem bisherigen Marktanteil entsprochen hätte. Das gleiche gilt für die Marke VW. Als Gruppe hat Volkswagen jedoch vor allem dank seiner tschechischen Tochter Skoda ordentlich abgeräumt und unter dem Strich seine führende Stellung im deutschen Markt noch ausgebaut.
Die Aufstellung zeigt, dass fast alle Hersteller besonders profitieren konnten, die kleine und kleinste Autos aus dem B- und A-Segment anbieten konnten. Hersteller aus dem D-Segment oder auch Sportwagen und Luxuswagenhersteller waren von der Prämienwelle erwartungsgemäß kaum betroffen. Allerdings konnten sie vielfach Jahreswagen über die Prämie absetzen, was für die Händler und die Lagerbestände eine erheblich Erleichterung bedeutete. Das Bafa erfasst nicht nur die Neuwagenkäufer, sondern auch die Käufer von Jahreswagen und von prämienberechtigten Altwagen. Die komplette Bafa-Liste ist unter diesem Beitrag zum Download bereitgestellt.
Den größten relativen Sprung Absatz hat Hyundai mit Hilfe der Umweltprämie gemacht. Die Koreaner hatten unter allen mit Prämie zugelassenen Neuwagen im ersten Halbjahr einen Anteil von 5,54 Prozent. Im gesamten Vorjahr war die Marke nur auf 1,7 Prozent Anteil bei den Neuzulassungen gekommen. Stark verbessert haben sich auch Fiat (8,41 Prozent bei der Prämie im Vergleich zu 2,9 Prozent im gesamten Vorjahr) und Kia (3,04 Prozent zu 1,1 Prozent).
Beinahe ein Totalausfall stellt die Umweltprämie dagegen für Daimler (0,21 Prozent "Prämien-Neufahrzeuge"), BMW (0,97 Prozent) und Audi (0,69 Prozent) dar. Opel konnte trotz seiner Kleinwagenpalette nicht wirklich zulegen, der Anteil bei der Prämie lag bei 7,51 Prozent im Vergleich zu einem Marktanteil von 8,4 Prozent im Vorjahr. Erfreulich verlief das Prämiengeschäft für Toyota: Der Weltmarktführer konnte bei den Prämien-Neuzulassungen 7,04 Prozent Marktanteil verbuchen, während sein letztjähriger Marktanteil in Deutschland nur bei 3,1 Prozent lag.