München/Köln. Das Krisenmanagement von Toyota gerät immer mehr in die Kritik. Der Rückruf von rund acht Millionen Fahrzeugen wegen fehlerhafter Gaspedale und weitere Qualitätsprobleme werden den weltgrößten Autobauer wohl noch auf Jahre hinaus schwer belasten. In den USA werden bereits Vergleiche gezogen zu ähnlichen Affären von Audi und Ford, von denen sich beide Marken jahrelang nicht erholt haben.
"Wenn Toyota schon länger von den Problemen Kenntnis hatte, hätten sie eher die Reißleine ziehen müssen“, kritisiert Willi Diez, Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft IFA an der Hochschule Nürtingen Geislingen. Bei ihm hat das Krisenmanagement von Toyota "einen eher unprofessionellen Eindruck hinterlassen“.
Auch Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach, hält das Verhalten von Toyota in der Krise für "suboptimal“: "Spätestens seit dem Verdacht, dass Todesfälle denkbar sind, hätte man sofort konsequent handeln müssen.“
Und Burkhard Weller, Sprecher der deutschen Toyota-Händler, sieht das Hauptproblem denn auch weniger in dem technischen Defekt selbst als in der mangelhaften Kommunikation: "Das Thema hat uns kalt erwischt.“