Bei GM ist man unterdessen zuversichtlich, bereits in vier Wochen zu einem erfolgreichen Verhandlungsabschluss mit einem Investor zu kommen. In zwei bis drei Wochen soll schon ein Memorandum of Understanding un terzeichnet werden. In der GM- Europa-Zentrale warnt man aber davor, Fiat, einen der beiden Hauptinteressenten, von vornherein aus zuschließen: "Wir sollten uns unvoreingenommen ansehen, was Fiat bietet.“ Zudem werde die GM-Verhandlungsposition geschwächt, wenn ernsthafte Bieter ausgeschlossen würden.
Offenbar gute Chance hat neben Fiat der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna, der nach eigenen Angaben über rund 1,5 Milliarden Dollar an Barreserven verfügt. "Wir reden nicht von einem Einstieg, wir sagen, wir wollen helfen“, sagt Konzernchef Frank Stronach. "Wir beliefern Opel, und es muss in unserem Interesse sein, dass es Opel gut geht. Der Markt darf nicht verloren gehen“, begründet er sein Interesse an Opel.
Medienberichten zufolge will Magna 19,1 Prozent an Opel übernehmen, weitere 31 Prozent sollen von dem russischen Autohersteller GAZ und der russischen Sberbank erworben werden. GAZ dementierte aber bereits jegliches Interesse.
Der Betriebsrat von Magna Steyr im Grazer Werk, Thomas Stoimaier, sagte der Automobilwoche: "Ich sehe mehr Chancen als Risiken im Falle eines Einstiegs von Magna bei Opel.“ Er könne sich vorstellen, dass in Graz künftig auch Fahrzeuge mit alternativen Antriebskonzepten wie Elek troautos gebaut werden.
Von deutscher Arbeitnehmerseite wird ein zumindest vorläufiger Einstieg von Bund und Ländern bei Opel ins Spiel gebracht. Dadurch könne ohne Zeitdruck an einer langfristigen Lösung gearbeitet werden, sagt der Frankfurter IG-Metall-Bezirkschef und Opel-Aufsichtsratsmitglied Armin Schild. Das GM-Management will sich dem Vernehmen nach aber auf keine Übergangs lösung einlassen.