Hamburg. Die folgenden Zeilen sind kein Nachruf. Sicher, Continental-Vorstandschef Manfred Wennemer geht viel zu früh. Seit 2001 steht der Mathematiker als Kapitän auf der Brücke des renommierten Continental-Konzerns und hat den einst krisengeschüttelten Autozulieferer seither mit sicherer (und bisweilen harter) Hand auf Kurs Top-Global-Player geführt. Angesichts des zunehmend schwierigen Geschäfts für die internationale Fahrzeugindustrie wird der erfahrene Navigator dem nun entstehenden Conti-Schaeffler-Konvoi mithin ohne Zweifel noch schmerzlich fehlen.
"Plötzlich und unerwartet" allerdings geht Wennemer nicht. Nach all den verbalen Scharmützeln der vergangenen Wochen war an eine gedeihliche Zusammenarbeit des glänzenden Analytikers mit dem künftigen Großaktionär – Verzeihung, mit der künftigen Großaktionärin – aus Herzogenaurach kaum noch zu denken. Er klebe nicht an seinem Stuhl, hatte Wennemer intern mehrfach erklärt (Automobilwoche 17/2008). Auch die First Lady des fränkischen Familienunternehmens, Maria-Elisabeth Schaeffler, wird es mit Interesse vernommen haben.