Aachen. Ford hat sich unter Konzernchef Alan Mulally das Motto „One Ford“ auf die Fahne geschrieben. Entwicklung, Einkauf und Produktion sollen so global wie irgend möglich aufgestellt werden. Mit dieser zentralen Vorgabe hat Charles Wu vor Kurzem seine neue Aufgabe als Direktor des Ford-Forschungszentrums in Aachen angetreten. Zugleich behielt Wu seine Aufgabe als Forschungsleiter für Manufacturing, Vehicle Design und Fahrzeugsicherheit in Dearborn. Wu folgt auf Rudolf Menne, der jetzt bei Ford of Europe die Forschungskontakte zu Regierungsstellen und Universitäten koordiniert. „Mein Ziel ist es, unsere Forschung in Aachen noch näher an die Forschungsabteilungen in Detroit und an die Entwicklung in Köln heranzuführen“, beschreibt Wu seine neue Aufgabe. Er wolle noch intensiver als bisher Synergien in der Forschung dies- und jenseits des Atlantiks anregen.
„Ich will Parallelforschungen minimieren und Synergien maximieren.“ Die Entwickler seien aufgefordert, noch intensiver als bisher zusammenzuarbeiten, gibt Wu den Weg vor. „Wir müssen endlich eine kritische Masse schaffen und zu Standardisierungen auch in den Entwicklungsprozessen kommen. Unsere Ingenieure müssen ein Bewusstsein für den Begriff ,One Ford‘ bekommen.“ Wu kommt in einer für Ford bedrohlichen Lage eine herausragende Rolle zu. Denn dem USHersteller läuft die Zeit davon. So schnell wie möglich müssen kleinere, spritsparende Modelle im US-Heimatmarkt in die Showrooms kommen. Dabei greift Ford so stark wie nie zuvor auf das Know-how seiner europäischen Dependance zurück.
Um die Herausforderungen zu stemmen, will Wu verstärkt frische Kräfte in die Ford-Forschung holen: „Wir bringen neue Talente in die Labors.“ In Aachen wird seit 1994 in den Schwerpunkten Fahrwerkdynamik und Dieseltechnik geforscht. Als weitere Schwerpunkte nennt Wu die Themen Leichtbau, Sicherheitssysteme und Car Entertainment. Der neue Forschungschef pendelt jetzt ständig zwischen Aachen und dem Ford Research and Innovation Center in Dearborn bei Detroit. Wus Karriere bei Ford startete 1974 im Forschungszentrum Dearborn. Dann folgten mehrere verantwortliche Positionen unter anderem in den Bereichen Motorenentwicklung, Materialforschung und Fahrzeugsicherheit.