Berlin. Die PSA-Gruppe will sich in Deutschland nicht mehr allein auf ihre Interessenvertretung durch den Importeursverband VDIK verlassen und wird deshalb im September ein Lobby-Büro in Berlin eröffnen. Mehrere hochrangige PSA-Vertreter bestätigten dies der Automobilwoche. Damit sieht der französische Konzern wenige Monate nach Toyota die Zeit gekommen, im Autoland Deutschland seine Stimme als bedeutendes Industrieunternehmen zu erheben. Toyota hatte im Frühjahr offiziell ein Büro in Berlin eröffnet.
Die PSA-Vertretung soll erreichen, dass der Konzern mit seinen Marken Peugeot und Citroën als zweitgrößter Autobauer Europas stärker als bisher in der deutschen Politik und bei deutschen Verbänden wahrgenommen wird. „Natürlich wollen wir gehört werden im Konzert der großen deutschen Hersteller", sagt ein PSA-Vertreter. Der französische Autobauer will verstärkt Flagge zeigen und dadurch an Glaubwürdigkeit gewinnen. Ein Stück weit sei PSA damit auch Botschafter der französischen Automobilbranche in Deutschland. Renault hat bislang keine eigene Lobby-Vertretung in Deutschland.
Aufgebaut und geleitet wird das Berliner PSA-Büro von Gordian Heindrichs, der zuvor mehrere Jahre lang den Bereich Produktpresse bei der Peugeot Deutschland GmbH in Saarbrücken leitete. Heindrichs wird bis zum offiziellen Start im September noch einen Stellvertreter und eine Büroassistentin an seine Seite bekommen. Das kleine Team logiert an prominenter Stelle Unter den Linden 32-34 und damit nur einen Steinwurf entfernt von der Peugeot-Markenvertretung in Berlin, der Peugeot Avenue.