Leverkusen. Die Automobilindustrie misst der Gewichtsreduzierung und dem Design ihrer Fahrzeuge immer größere Bedeutung bei. Davon wollen auch Kunststoffanbieter wie Sabic Innovative Plastics und Bayer Material Science profitieren. Beide Unternehmen versprechen für ihre Kunststoff- Lösungen Gewichtseinsparungen von bis zu 50 Prozent gegenüber vergleichbaren Glas- und Metallsystemen und damit einen signifikanten Beitrag zur Verringerung der CO2-Emissionen. „Indem wir den Werkstoff Glas durch unsere Entwicklungen aus Polycarbonat ersetzen, sehen wir gute Wachstumschancen für unser Unternehmen“, sagt Derek Buckmaster, globaler Market Director Exterior Body & Glazing bei Sabic Innovative Plastics.
Die Niederländer sind ein Tochterunternehmen des Erdölverarbeiters Saudi Basic Industries Corporation (Saudi-Arabien). Die Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens für den Bereich Glazing, wo an Alternativlösungen zum Werkstoff Glas gearbeitet wird, sind am europäischen Unternehmenssitz in Bergen op Zoom (Niederlande) konzentriert. Den Jahresumsatz gibt Sabic Innovative Plastics nur vage mit „mehrere Milliarden Dollar“ an. Knapp ein Viertel davon entfalle auf die Automobilindustrie. So erhielten die Niederländer beispielsweise von der VW-Konzerntochter Seat den Auftrag für die hintere Dreiecksscheibe beim Kompaktklassemodell Leon. Laut Sabic war die geschwungene Form des Bauteils mit dem oberflächenbündig montierten Türgriff mit Glas nicht zu realisieren.