München. Die absackenden Neuwagenverkäufe könnten Autohersteller zur Schließung von Werken in Europa zwingen. Nach einem Bericht der Fachzeitschrift Automotive News Europe (ANE) sehen Experten für Werke in Spanien, Portugal, Schweden, Belgien und Großbritannien die größten Bedrohungen. "Die gegenwärtige wirtschaftliche Situation hat die Wahrscheinlichkeit von Werksstilllegungen in Europa deutlich beschleunigt", sagte Neil King, Analyst bei Global Insight, der ANE. "Wenn Renault sein Werk in Belgien schließt, gehen die Verkäufe durch die negativen Schlagzeilen zurück. Hersteller riskieren dies aber nicht in Ländern wie Deutschland oder Frankreich."
Die Werke von VW in Brüssel, GM in Antwerpen oder Saab im schwedischen Trollhättan könnten nach Expertenmeinung eher von Stilllegungen betroffen sein. Dies gelte auch für die englischen Standorte von GM in Ellesmere Port sowie Ford in Southampton. Mark Fulthorpe, Chefanalyst bei CSM Worldwide, erwartet größere Risiken für Werke in Westeuropa. Sie seien teurer als die Standorte im Osten des Kontinents. „Zudem ist der westeuropäische Markt rückläufig und wird es für längere Zeit bleiben”, sagte er der ANE.
Global Insight hat seine Prognose für die europäische PKW-Produktion von 22,7 Millionen Fahrzeugen auf 22,5 in diesem Jahr zurück genommen. Im kommenden Jahr erwarten die Analysten sogar einen Rückgang auf 21,9 gegenüber ursprünglich prognostizierten 22,6 Millionen Neuwagen