Lippstadt. Der Licht- und Elektronikspezialist Hella will seine Abhängigkeit vom Automobilgeschäft verringern und dazu ein neues Geschäftsfeld im Non-Automotive-Bereich aufbauen. Laut Jürgen Behrend, persönlich haftender geschäftsführender Gesellschafter, lässt sich beispielsweise die zur Klimaregelung im Fahrzeug verwendete Sensorik zur Überwachung von Gebäuden oder öffentlichen Verkehrsmitteln nutzen. Gute Ansätze für Hella-Entwicklungen sieht er auch im Bereich der Kameratechnologie. Der Zulieferer aus Lippstadt hat im Geschäftsjahr 2007/2008 (endete am 31.5.) den Umsatz um sieben Prozent auf 3,9 Milliarden Euro gesteigert.
Dazu trugen die drei Bereiche Licht, Elektronik und Aftermarket gleichmäßig bei. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern kletterte im gleichen Zeitraum um 98 auf 144 Millionen Euro. Einmaleffekte wie den Erlös aus einem Beteiligungsverkauf eingeschlossen, lag das Ergebnis bei 232 Millionen Euro. Rolf Breidenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung, setzt im Geschäftsbereich Elektronik auf Entwicklungen, die bei Elektro- und Hybridfahrzeugen eingesetzt werden sollen: „Unser Umsatz mit Energiemanagement-Produkten umfasst bereits heute rund 250 Millionen Euro. Dieses Produktfeld wollen wir in den nächsten Jahren weiter deutlich ausbauen.“
Ein Kernpunkt der Hella-Strategie bleiben Kooperationen. Jüngstes Beispiel: das erst vor wenigen Wochen gegründete Joint Venture Hella Gutmann Solutions. Gemeinsam mit Gutmann Messtechnik wollen die Westfalen in Europa das Geschäft mit werkstattgerechten Diagnosegeräten für Fahrzeuge deutlich ausbauen.