Hamburg/ Hannover. Es kam nicht unerwartet, das Kommuniqué von Continental in Sachen Krise. Natürlich wurde und wird der Autozulieferer aus Hannover von all den drastischen Absatzeinbrüchen und Produktionskürzungen jener Hersteller, die mit Reifen und Bremsen, mit Fahrwerks- oder Antriebselektronik versorgt werden, arg in Mitleidenschaft gezogen. Eine Sonderkonjunktur können selbst höchst innovative und zukunftsorientierte Technologien wie Hybridmodule dem Traditionskonzern derzeit nicht verschaffen.
Weniger selbstverständlich ist die hohe Bedeutung, die Conti-Chef Karl-Thomas Neumann und sein Stellvertreter, Finanzvorstand Alan Hippe, dem Abbau der Schuldenlast beimessen. Auch und gerade in den kommenden Monaten, wohlverstanden. "Finanzielle Stabilität", daran lässt das Führungsduo keinen Zweifel, genießt auch weiterhin höchste Priorität. Aus diesem Grund wirbt die Konzernspitze bei den Aktionären schon jetzt um Verständnis, wenn die Zahlung einer Dividende für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 ausfallen wird. Zu diesem Zweck stimmen Neumann und Hippe die Belegschaft auf ein Kostensenkungsprogramm ein, das "im hohen dreistelligen Millionenbereich" liegt. Und mit Blick auf diese Selbstverpflichtung "warnt" Conti nun vor einer Senkung der EBIT-Marge auf 7,5 bis acht Prozent. Dabei ist das ist noch immer ein sehr anständiger Wert in der krisengeschüttelten Lieferantenwelt.