München. Ein unwürdiges Schauspiel, anders lässt sich nicht beschreiben, was General Motors und Toyota derzeit der Öffentlichkeit bieten: Zunächst veröffentlicht Toyota die Jubelmeldung, 2007 erstmals der größte Autohersteller der Welt geworden zu sein – gemessen an der Zahl der produzierten Fahrzeuge. Dabei hatte Toyota stets beteuert, dies sei gar nicht das Ziel des Unternehmens.
Man wolle die zufriedensten Kunden, die beste Produktqualität. Wenn das Unternehmen dadurch Nummer eins werde, sei dies „eine unausweichliche Folge, aber nicht das Ziel unserer Strategie“. Das war klug, ja fast schon mit fernöstlicher Weisheit gesprochen.
Denn wenn es sich ein Unternehmen zum Ziel setzt, Nummer eins zu werden, wird es zwangsläufig ziellos, wenn es an der Spitze steht. Zumal es nicht von besonderer Kreativität zeugt „der größte“ werden zu wollen. Volkswagen macht diesen Fehler gerade. Zudem hat Toyota das rasante Wachstum der vergangenen Jahre teuer erkauft: Nicht nur die jüngsten Qualitätsprobleme des einstigen Musterschülers dieser Disziplin lassen aufhorchen. Die eigentlich untypische Selbstbeweihräucherung der vergangenen Wochen macht ebenso nachdenklich: Kann es sein, dass Toyota zu schnell gewachsen ist und dabei einen Teil seines einstigen, industrieweit bewunderten Spirit eingebüßt hat?