Wolfsburg. Auf der Suche nach dem bestgeeigneten Standort für ein mögliches neues Automobilwerk im Dollar-Raum zieht der VW-Konzern neben Georgia und South Carolina offenbar einen dritten Bundesstaat in den Vereinigten Staaten von Amerika in Betracht: "Auch North Carolina ist noch im Rennen", erklärte ein Wolfsburger Insider, der Anonymität verlangte, jüngst im Gespräch mit Automobilwoche. Die Zeitung hatte bereits am Montag gemeldet, dass Georgia und South Carolina bei VW vor allem aufgrund der erfolgreichen Ansiedlung vieler Fahrzeugzulieferer sowie ihrer internationalen logistischen Anbindung über die bedeutsamen Seehäfen Savannah und Charleston in der engeren Wahl sind.
"North Carolina grenzt direkt an den Bundesstaat Virgina, wo VW in Herndon nach dem Umzug aus Detroit/Michigan die neue US-Zentrale einrichtet", so der Manager. "Ein neues Werk auf der grünen Wiese im Umfeld von Raleigh wäre aus Herndon noch schneller zu erreichen als eine Fabrik in South Carolina oder Georgia". Raleigh ist die Hauptstadt des US-Staats North Carolina, in dem unter anderem zahlreiche Industrieunternehmen der Bau- und Textilindustrie ihren Hauptsitz haben. Möglichst kurze Land- und Luftwege zwischen dem US-Hauptquartier von VW und dem neuen Werk gelten – neben einer vergleichsweise geringen Zeitverschiebung gegenüber der Konzernzentrale im deutschen Wolfsburg – als wichtige Auswahlkriterien für die Standort-Scouts und Planungsexperten des Pkw-Herstellers.