Köln. Mit dem Kuga betritt Ford im wahrsten Sinne des Wortes neues Terrain. Vom 7. Juni an bieten die Kölner in Europa zum ersten Mal ein geländegängiges Auto aus europäischer Fertigung und Entwicklung an. Das Vorgängermodell Maverick aus der Kooperation mit Mazda hatte gegen die wachsende Konkurrenz zuletzt keine Chance mehr.
Mit dem Kuga greift Ford in dem umkämpften, aber zugleich schnell wachsenden Segment der kompakten SUVs an. In Deutschland vervierfachte sich der Absatz solcher Fahrzeuge in diesem Jahrzehnt. Allein 2007 legten kompakte SUVs um 17 Prozent zu. Ford rechnet in diesem Jahr mit einem Segmentvolumen von 135.000 Fahrzeugen - ein Plus von 38 Prozent.
Der Kuga soll vor allem Fahrer anderer Marken anlocken. "Wir erwarten eine Eroberungsrate von 60 Prozent", sagt Deutschland-Vertriebschef Jürgen Stackmann. Der Kuga könne in allen Revieren räubern, ohne den eigenen Focus oder Focus Turnier zu sehr zu kannibalisieren. Stackmann hat sich für das erste Jahr ein moderates Ziel gesetzt: 6500 Einheiten sollen abgesetzt werden. Im kommenden Jahr wird mit 12.000 bis 15.000 Verkäufen gerechnet.
Das Zeug zum Tiguan-Rivalen hat der Kuga zweifellos. Das neue "Kinetic Design" wirkt frisch, die Außenmaße kompakt, das Fahrwerk straff, die Verarbeitungsqualität dem ersten Eindruck nach hoch.
Preislich ist der Kuga für einen Ford ungewöhnlich hoch positioniert. Denn in der allradgetriebenen Version kostet das Basismodell mit 28.500 Euro nur 300 Euro weniger als ein vergleichbarer Diesel-Tiguan.
Vom Start weg kann der Kunde den Kuga mit Front- oder Allradantrieb ordern. Der Zweiliter-Dieselantrieb mit 136 PS ist nicht durstig, als Fronttriebler soll der Verbrauch bei 6,3 Litern liegen, als 4x4 bei 6,4 Litern.
Hier liegt freilich auch ein Problem des Kuga: Es gibt ihn zur Markteinführung nur mit diesem Motor, dessen Leistung für ein SUV allenfalls ausreichend ist. Ab Ende 2008 wird es zwar auch den bekannten 2,5-Liter-Benziner mit 200 PS geben, der im Focus ST und im Mondeo eingesetzt wird. Allerdings ist dieses Aggregat weder neu noch besonders sparsam. Ein größerer Diesel, etwa der brandneue 2,2-Liter-TDCi mit 175 PS, sei für den Kuga nicht vorgesehen, erklärt man bei Ford.