München. Im westfranzösischen Nersac wurde jetzt die weltweit erste Produktionsstätte für Lithium-Ionen-Batterien für die Autoindustrie in Betrieb genommen. Damit hat das amerikanisch-französische Joint Venture Johnson Controls-Saft Advanced Power Solutions Wettbewerbern wie Panasonic (Japan) die Show gestohlen.
Erster Abnehmer der Batterien ist der Daimler-Konzern, der ab 2009 eine Hybrid-Version der Mercedes S-Klasse mit Lithium-Ionen-Technik ausrüsten will. Die Stuttgarter sind damit der erste Autohersteller, bei dem ein Hybrid-Modell mit Lithium-Ionen-Batterien in Serie gebaut wird. Ein weiterer Vertrag mit einem europäischen Autokonzern ist unterzeichnet, und mit anderen Fahrzeugbauern ist man im Gespräch, so ein Sprecher des Joint Ventures.
Im 15 Millionen Euro teuren Werk sollen zunächst jährlich 5000 bis 10.000 Lithium-Ionen-Akkus für Autos mit Hybrid-Antrieb gebaut werden. In den nächsten drei bis vier Jahren wird die Kapazität auf 100.000 Batterien jährlich ausgebaut. Der Chef des französischen Joint-Venture-Partners Saft, John Searle, rechnet im Jahr 2015 weltweit mit einem Markt von vier Millionen Hybrid-Autos.
Die in Nersac gefertigten Batterien werden laut Christian Rosenkranz im Systemintegrationßentrum Hannover mit zusätzlicher Elektronik versehen und zu Batteriesystemen komplettiert. Der Geschäftsführer für die europäischen Aktivitäten von Johnson Controls-Saft rechnet damit, dass die Wettbewerber in ein bis zwei Jahren mit eigenen Werken für Lithium-Ionen-Batterien für Hybrid-Fahrzeuge nachziehen.
VW-Konzernchef Martin Winterkorn schätzt, dass die deutschen Autohersteller und Zulieferer etwa zehn Jahre brauchen werden, um den Vorsprung vor allem japanischer Hersteller in der Batterietechnik aufzuholen.