Hohenlockstedt. Der im Insolvenzverfahren befindliche Autozulieferer HWU aus dem norddeutschen Kreis Steinburg kann die komplette Schließung der Produktion möglicherweise abwenden. "Nach neuestem Verhandlungsstand werden zunächst 45 unserer 93 Beschäftigten im ersten Quartal des kommenden Jahres weiterarbeiten können", sagte HWU-Werkleiter Karl Herden am heutigen Freitag (12. Dezember) im Gespräch mit Automobilwoche. "Für die anderen Teammitglieder soll es eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft geben". Über den genauen Standort der Auffanggesellschaft werde noch beraten, doch solle dieser möglichst in der Nähe des Firmensitzes Hohenlockstedt bei Itzehoe in Schleswig-Holstein liegen.
Das Unternehmen HWU fertigt im Auftrag der N.I.E.R.-Gruppe vor allem Zieh- und Stanzteile sowie Dämpfungselemente für den Fahrwerksbereich. Zu den wichtigsten Kunden zählen die Autohersteller VW und Daimler sowie die Zulieferer ZF und ContiTech. "Leider verfügt HWU über kein sonderlich dickes Finanzpolster", so Herden, "daher hat uns die Autokrise mit voller Wucht erwischt". Bereits am 29. Oktober war der Zulieferer beim Insolvenzgericht Itzehoe vorstellig geworden. "Die OEM müssen – in welcher Form auch immer – ihre Lieferanten dringend unterstützen", so Herden. Die Begründung des promovierten Managers: "Für die Hersteller wichtige Unternehmen, die jetzt sterben, kommen nicht wieder, wenn es 2010 oder 2011 mit der Branche wieder aufwärts gehen sollte".