München. „17.000“, sagt eine dunkelhaarige Frau sehr bestimmt. „13.600“, fordert ein Paar im Gleichklang. „Das ist mein letztes Angebot“, sagt ein Managertyp in einem Ton, der keinen Widerspruch duldet. Schöne neue Welt im TV-Spot: Nicht mehr der Händler bestimmt den Preis, sondern der Kunde. „Qualität hat Ihren Preis“ hieß die groß angelegte Kampagne via TV, Print und online, mit der Toyota den Rollentausch bewarb. Ein Verzweiflungsakt des Importeurs, um trotz Finanzkrise Kunden in die Autohäuser zu locken? Anders lässt sich kaum erklären, warum sich eine Marke, die bei Qualitätsumfragen ganz oben steht, als Dumping- Anbieter präsentiert. Die Händler reagierten genervt: „Diese Kampagne bringt überhaupt nichts. Deswegen kommen zu uns nicht mehr Leute ins Autohaus“, beschwert sich ein großer Toyota-Händler im Süden.
Bei anderen Vertriebspartnern tauchten zwar einige wenige Interessenten auf, um dem Händler mitzuteilen, „was ihnen ihr Wunsch-Toyota wert ist“, wozu die Werbung sie vollmundig aufgefordert hatte. Doch wie eigentlich nicht anders zu erwarten, unterschieden sich die Wunschvorstellungen der Käufer oft extrem von denen der Verkäufer. Was in der Werbung verschwiegen wurde - letztendlich bestimmt doch der Händler den Preis. Und der muss sich teilweise mit Schnäppchenjägern herumplagen, die völlig unrealistische Vorstellungen äußern - und das, obwohl Preisnachlässe von 25 Prozent im Toyota-Handel mittlerweile nicht unüblich sind. Aufgrund der Werbeaktion wurden kaum Neuwagen, sondern eher bereits zugelassene Fahrzeuge verkauft. „Dadurch konnten wir vor allem den Absatz von Vorführwagen und sonstigen Aktionsfahrzeugen fördern“, berichtet Alain Uyttenhoven, Vice President Toyota Deutschland.