Wegen der verfügbaren Tankstellen finden heute Praxisversuche mit Brennstoffzellenautos vor allem in den USA statt. Zum Beispiel will Honda 200 Exemplare vom FCX Clarity in den kommenden drei Jahren bauen und gewerblichen Kunden in den USA und in Japan als Leasingfahrzeuge anbieten, sagt David Plättner von Honda Deutschland in Offenbach. Auch Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) schickt unter dem Projektnamen "Driveway" in den USA 100 Brennstoffzellenprototypen auf die Straße, sagt GM-Technik-Pressesprecher Andrew Marshall. Auch bei GM sieht man noch einen langen Weg bis zur Serienreife. Aber: "Ein emissionsfreies Antriebssystem kann es nur über die Brennstoffzelle geben. Wir sehen dazu keine Alternative zur Zeit", betont Marshall.
Doch braucht es überhaupt ein emissionsfreies Auto? "Der Charme der Emissionsfreiheit ist irrelevant", sagt Andreas Ostermeier, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Umweltbundesamt in Dessau. "Benziner und Diesel sind heute lufthygienisch kein Problem." Euro-4-Benziner stellten schon heute das Optimum dar, was spätestens mit Euro 6 auch beim Diesel erreicht sei. "Heute stehen Probleme wie Energieverbrauch und Kohlendioxidausstoß auf der Agenda", sagt Ostermeier. Und da hat aus Sicht der Umweltschutzbehörde die Brennstoffzellentechnik ganz schlechte Karten.
Denn die Herstellung von Wasserstoff ist aufwendig. Eine Gewinnungsmöglichkeit ist die sogenannte Erdgasreformierung. "Dabei verlieren Sie so viel Energie, dass es weitaus günstiger ist, das Erdgas direkt in einem Erdgas-Auto zu verfahren", sagt Ostermeier. Die Hoffnung der Autoindustrie, irgendwann einmal erneuerbare Energie aus Wind, Wasser oder Bioabfällen für die Wasserstoffproduktion nutzen zu können, teilt er nicht. Es könnte durchaus bis zum Jahr 2030 dauern, dass für solche Projekte genügend Strom aus erneuerbaren Energien zur Verfügung steht. Von der Gesamtenergiebilanz her betrachtet sei es besser, so lange auf Benzinautos zu setzen. Und wahrscheinlich gebe es bis dahin auch brauchbarere Elektroautos, die dank leistungsfähiger Batterien und Reichweitenverlängerer deutlich größere Aktionsradien hätten als heutige Modelle.
Wahrscheinlich gibt es nicht den Königsweg in die Zukunft der automobilen Antriebstechnik, glaubt Dirk Breuer von Toyota Deutschland in Köln. Auch sein Unternehmen habe als Ziel das Null-Emissionsfahrzeug. "Aber dorthin führen verschiedene Pfade." Beispielsweise könnten sich für eine Region wie Südamerika Biokraftstoffe als beste Option erweisen. In dichtbesiedelten Regionen wie Westeuropa könnten hingegen Elektroautos die Fahrzeuge der Zukunft sein. (Felix Bauer, mit Material von Elmar Stephan, dpa )