Dearborn. Für die hoch verschuldete Ford Motor Company kann das Jahr 2008 in den USA kaum noch schlimmer werden als das abgelaufene: Im Dezember brach der US-Absatz um neun Prozent ein, im Gesamtjahr 2007 schrumpften die Verkäufe damit sogar um 11,8 Prozent. Folge: Zum ersten Mal wurde Ford auf dem Heimatmarkt von Toyota überholt.
Zwar gab es zuletzt auch etliche positive Nachrichten von Ford. Doch immer wieder kämpft der ehemals zweitgrößte Autohersteller der Welt mit Rückschlägen. So sicherte sich der Pick-up F-150 zwar 2007 zum 31. Mal in Folge die Position als meistverkauftes Auto in den USA – allerdings schrumpfte der Absatz um mehr als 100.000 Einheiten auf 690.589. Die Ford-Marke Lincoln konnte ihren Absatz erstmals seit Jahren wieder steigern, und zwar um neun Prozent. Doch im Dezember rutschte Lincoln wieder um 21,4 Prozent ab. Und während im modernen Crossover-Segment der Absatz 2007 um 30 Prozent über den Erwartungen lag, verlor der einstige Star unter den SUVs, der Ford Explorer, 18 Prozent.
Der 2006 angetretene Konzernchef Alan Mulally, der zuvor Boeing aus der Krise geleitet hatte, will 2009 wieder schwarze Zahlen abliefern. Dazu hat er ein drastisches Sanierungsprogramm aufgelegt, dem mehr als 40.000 Stellen und 16 Werke zum Opfer fallen werden. Um den Neubeginn zu finanzieren, hat Ford hohe Schulden aufgenommen und die Trennung von Jaguar und Land Rover eingeleitet. Aller Voraussicht nach gehen sie an die indische Tata Group. Doch selbst die Trennung von den defizitären britischen Edelmarken hat zwei Seiten: „Die gute Nachricht ist“, so ein Analyst, „dass Ford nun nicht mehr die nächste Generation von Jaguar- und Land Rover-Modellen finanzieren muss. Die schlechte, dass diese Marken, richtig geführt, auch ein großes Ertragspotenzial haben.“ So gilt das Geschäft mit Luxusautos als weniger konjunkturabhängig. Doch Mulally hat keine Wahl: Will er den Niedergang in den USA stoppen, muss sich das Unternehmen auf diesen Markt konzentrieren.