Langen. Die Halbleiterindustrie entdeckt zunehmend den Markt der Low-Cost-Cars für sich. Für Gerhard Roos, verantwortlich für die Geschäftseinheit Automotive und Industrial bei Fujitsu Microelectronics Europe, ist es jedenfalls wichtig, auch in Fahrzeugen mit einfachen Ausstattungsvarianten vertreten zu sein. „Denn auch dort werden die Anforderungen steigen“, so der Manager vom Tochterunternehmen des japanischen Fujitsu- Konzerns mit Europa-Sitz in Langen bei Frankfurt.
Roos räumt allerdings ein, dass das Segment der sogenannten Ultra-Low-Cost-Cars, also Fahrzeuge mit einem Verkaufspreis von weniger als 5000 Dollar, wegen des geringen Anteils an verbauter Elektronik derzeit noch nicht so interessant ist. Zudem verweist er darauf, dass auch in Ultra-Low-Cost-Cars keine alten elektronischen Bauteile eingesetzt werden: „Auch bei den einfacheren Elementen müssen wir auf die neueste Fertigungstechnologie zurückgreifen, um das niedrigste Preisniveau erreichen zu können.“
Der Automobilspezialist macht am Beispiel Kombiinstrumente technische Unterschiede deutlich: Während in Europa 32-Bit-Microcontroller mit integriertem Speicher von einem Megabyte verwendet werden, gelangen in den indischen Billigautos beispielsweise 16-Bit-Microcontroller mit nur 64 Kilobyte Speicherplatz zum Einsatz. Derzeit werden weniger als zehn Prozent der Fujitsu-Chips in Low-Cost-Cars verbaut. Doch die Tendenz ist steigend und das Geschäft durchaus lukrativ. „Die Menge macht’s“, sagt Roos. Produziert werden die Chips von Fujitsu vor allem aus Qualitätsgründen in den japanischen Werken. Lediglich die Entwicklung findet bei den jeweiligen Automobilkunden vor Ort statt.