Frankfurt. Aktien deutscher Autobauer haben am Donnerstag unter einem zumeist deutlichen Einbruch auf dem US-Absatzmarkt gelitten. Gegen 10.05 Uhr rutschten BMW um 5,10 Prozent auf 24,755 Euro ab, für Volkswagen ging es um 3,03 Prozent auf 266,03 Euro runter. Daimler gaben um 1,16 Prozent auf 32,005 Euro nach und Porsche büßten 2,74 Prozent auf 67,46 Euro ein. Der DAX stieg unterdessen um 0,56 Prozent auf 5.838,87 Zähler.
Hintergrund für den Einbruch der Absätze in den USA ist Analysten zufolge die Zurückhaltung der Verbraucher angesichts von Finanzkrise und hohen Spritpreisen. So musste die BMW-Gruppe einen Absatzrückgang um rund 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. Bei Daimler ging der Absatz bei der Kernmarke Mercedes-Benz um 16,4 Prozent zurück. Noch härter traf es Porsche mit einem Einbruch um 44 Prozent. VW verzeichneten zwar auch einen Rückgang, dieser fiel mit minus 9,4 Prozent aber vergleichsweise moderat aus. "Das sind schreckliche Zahlen, die die Kursverluste der vergangenen Tage rechtfertigen", so ein Börsianer.
"Die dramatische Situation in den USA verschärft sich nochmals", schrieb Analyst Tim Schuldt von equinet. Zwar ist die Entwicklung seiner Ansicht nicht das Hauptproblem für deutsche Autobauer, da sie sich im Vergleich zum Markt noch besser entwickeln. Zudem sei die Profitabilität im US-Markt durch den starken Euro ohnehin schwach. Dennoch sei die Absatzentwicklung Grund zur Sorge, da nun die Frage aufkomme, inwieweit der US-Markt als Vorbild für die zu erwartende Entwicklung in Europa gelten könne. Auch Analyst Robert Heberger von Merck Finck hielt an seiner vorsichtigen Einschätzung für den deutschen Automobilsektor fest.
Die Analysten der Commerzbank rechnen ebenfalls nicht mit einer schnellen Erholung des US-Marktes. Zudem habe sich durch den Absatzrückgang bei asiatischen Herstellern und deren typischerweise kleineren Fahrzeugen gezeigt, dass die Entscheidung für einen Autokauf nicht gänzlich vom Spritverbrauch abhänge, sondern sich mittlerweile die schwache Konjunktur und das sinkende Verbrauchervertrauen durchschlage.
Nach Aussagen von Finanzvorstand Bodo Uebber auf dem Pariser Autosalon stufte Commerzbank-Analyst Daniel Schwarz von "Buy" auf "Hold" ab und senkte das Kursziel von 54 auf 36 Euro. Uebber habe den Markt bereits auf die nächste Gewinnwarnung vorbereitet, die der Autohersteller wohl zusammen mit den Quartalszahlen am 23. Oktober veröffentlichen wird, schrieb in einer Studie vom Donnerstag. Die kommenden Monaten dürften überwiegend von negativen Faktoren bestimmt werden. (Mit Material von dpa/afx)
----------------------- dpa-AFX Broker - die Trader News im dpa-AFX ProFeed -----------------------