Aachen. Ford sucht ein revolutionäres Fahrzeugkonzept für das 21. Jahrhundert und besinnt sich dabei auf die eigene Historie. Das neue Modell soll ebenso bedeutsam für die Zukunft des Automobils sein wie die legendäre Tin Lizzy, deren Produktion am 1. Oktober 1908 startete. Entwickelt wurden die Konzepte für den Ford der Zukunft nicht von einem Expertenteam aus dem Konzern, sondern von Studenten von weltweit sechs technischen Universitäten.
Als einzige europäische Uni wagte sich die Rheinisch- Westfälische Technische Hochschule in Aachen (RWTH) mit dem Institut für Kraftfahrwesen (IKA) an die Herausforderung. Die Studenten und Doktoranden meisterten die Aufgabe mit Bravour: Die Aachener belegten zusammen mit den Konkurrenten von der australischen Deakin-Universität aus Melbourne den ersten Platz. „Das gesamte Ford-Team war sehr überrascht von der hohen Qualität der Einsendungen“, lobt Bill Coughlin, Leiter der globalen Technikentwicklung bei Ford. 75.000 Euro hatte jede Universität für das Vorhaben zur Unterstützung erhalten. Das ist nicht viel, denn die Vorgaben hatten es in sich: Nichts weniger als „eine zuverlässige Lösung für eine nachhaltige, individuelle Mobilität“ für zwei Personen bei einer Mindestreichweite von 200 Kilometern, geringem Gewicht und Fahrzeugkosten von maximal 7000 Dollar stand im Lastenheft – abzuliefern in nur vier Monaten.