München. Sollten die Rohölpreise weiter so steigen wie in den vergangenen Monaten, könnte das der Biodiesel-Branche neue Perspektiven eröffnen. „Ab einem Preis von 150 Dollar pro Barrel Rohöl ist auf Grundlage aktueller Pflanzenölpreise der Biokraftstoff gleich teuer wie fossile Brennstoffe“, errechnet Klaus Henschel, Chef des Schweizer Biodiesel-Herstellers Biopetrol Industries. Der Rohölpreis hatte vor Kurzem zwischenzeitlich die 100-Dollar-Marke überschritten.
Hoher Ölpreis macht Biodiesel interessant
Die Stimmung ist getrübt
Doch die Stimmung unter den Biodiesel-Produzenten ist derzeit alles andere als gut. Zu Jahresbeginn hatte die Bundesregierung die Steuer auf Biodiesel um sechs auf 15 Cent pro Liter erhöht. Auch Biopetrol Industries, mit Tochterunternehmen in Deutschland und den Niederlanden vertreten, will deshalb die Abhängigkeit vom deutschen Markt verringern. Vor allem den sogenannten B100-Markt (alleinige Verwendung von Biodiesel) bedient das Unternehmen nur noch, um treue Kunden wie örtliche Speditionen mit ihren Lkw-Flotten zu versorgen. Davon abgesehen konzentrieren sich die Schweizer wie andere Wettbewerber auf den B5-Markt (fünfprozentige Biodiesel-Beimischung). „Doch der zusätzliche Wettbewerb drückt auf die Marge“, bedauert Henschel.