München. "BMW zieht die Daumenschrauben an", so das Fazit von Wolfgang Meinig, Leiter der Forschungsstelle Automobilwirtschaft (FAW) Bamberg, zu den Ergebnissen des Supplier Satisfaction Index (SSI) 2008. Bei der Analyse über die Zufriedenheit der Zulieferer mit den Autoherstellern schnitt der ehemalige Branchenliebling (Sieger der letzten Auswertung 2005) deutlich schlechter ab. "Bei rund der Hälfte der etwa 80 Kriterien sehen wir ein Absinken in der Zufriedenheit mit BMW", so der Wissenschaftler zur noch unveröffentlichten Analyse.
Der Premiumanbieter verschlechterte sich etwa in den Kriterien "Preisanpassung bei Rohstoffpreisänderung", "Ergebnisse von Preisnachverhandlungen" und "Personelle Kontinuität der Ansprechpartner im technischen Bereich".
"Wir haben die Entwicklung kommen sehen, dass BMW den Druck auf seine Lieferanten erhöht", erklärt Meinig. So hätten Manager des Autobauers auf das gute Ergebnis der letzten Studie verwiesen, um Preiszugeständnisse bei den Lieferanten durchzusetzen. "Das ist kontraproduktiv", empört sich Meinig. Konsequenz des BMW-Gebarens: Der SSI 2008 weist kein Gesamtranking der Autohersteller mehr auf. Entspannung ist für die BMW-Lieferanten nicht in Sicht, wie die angekündigten Sparrunden des Autoherstellers vermuten lassen.