Friedrichshafen. Während die deutschen Zulieferer im vergangenen Jahr beim Umsatz durchschnittlich um rund 7,1 Prozent zugelegt haben, verzeichnete ZF Friedrichshafen ein Plus von acht Prozent auf knapp 12,7 Milliarden Euro. Vorstandschef Hans-Georg Härter spricht gar vom "besten Jahr der Geschichte" für den Spezialisten für Antriebs- und Fahrwerktechnik. Für 2008 rechnet der ZF-Chef mit einem Umsatzplus von mindestens vier Prozent. Der Gewinn nach Steuern nahm im Jahr 2007 um 70 Prozent auf 518 Millionen Euro zu, obwohl der schwächelnde nordamerikanische Markt dort lediglich ein ausgeglichenes Ergebnis ermöglichte. Einen für 2008 geplanten Gewinn in den USA sieht der Unternehmenschef allerdings gefährdet.
Um dem Wachstum und der anhaltenden Globalisierung Rechnung zu tragen, bereitet der Zulieferer vom Bodensee ein eigenes Vorstandsressort Materialwirtschaft vor. Geleitet wird dieses ab Oktober von Wolfgang Vogel, Mitglied des Vorstands und Leiter des Unternehmensbereichs Nutzfahrzeug- und Sonder-Antriebstechnik. Ab Oktober wird Vogel dann die Verantwortung für diesen Bereich abgeben. Zudem ist er im Konzern wie bisher für die Region Südamerika verantwortlich.
Mittlerweile liegt das Einkaufsvolumen der Friedrichshafener bei 7,1 Milliarden Euro. Härter sieht eine Reihe von Gründen, die für ein eigenständiges Ressort Materialwirtschaft sprechen. So sollen die Natural-Hedging-Aktivitäten verstärkt, das Thema "Best Cost Country Sourcing" kräftig ausgebaut und neue Strategien wegen der starken Preisanstiege bei den Rohstoffen ausgearbeitet werden. Chancen für Kosteneinsparungen sieht der Konzernchef auch in der Logistik. Als Beispiele nennt er das Beständemanagement und Umschlaghäufigkeiten.