Osnabrück. Der Betriebsrat von Karmann appelliert an die deutsche Automobilindustrie, den Auftragsfertiger nicht im Stich zu lassen. „Es kann doch nicht im Interesse der deutschen Fahrzeughersteller liegen, dass Karmann in die Hände ausländischer Investoren fällt", sagt Betriebsratsvorsitzender Wolfram Smolinski. Ein Kenner des Unternehmens hat gegenüber Automobilwoche auf die Gefahr hingewiesen, dass ein Käufer bei einer Übernahme Karmanns einen tiefen Einblick in Prozesse und Technologien der bisherigen Kunden wie Volkwagen und Daimler erhalten würde. Mit der Verkaufsdrohung wolle Karmann seine Kunden offenbar unter Druck setzen, einen neuen Produktionsauftrag zu vergeben.
Karmann wollte ursprünglich den Fahrzeugbau schließen, wenn bis zum 30. Juni kein neuer Entwicklungs- und Produktionsauftrag vorliegt. Diese Frist wurde jetzt bis Herbst 2009 verlängert, wenn mit dem Mercedes CLK Cabrio der derzeit letzte Auftrag ausläuft. Smolinski sieht aber Perspektiven, kurzfristig einen reinen Produktionsauftrag erhalten zu können.