München. In die Gruppe der zehn weltweit umsatzstärksten Automobilzulieferer ist Bewegung gekommen. Nach der Übernahme der Siemens-Automobilsparte VDO hat sich der Continental-Konzern im Jahr 2007 auf Rang vier vorgeschoben. Ein Jahr zuvor lagen die Hannoveraner noch auf Position zwölf der Auflistung. Das Ranking wertet ausschließlich das Erstausrüstungsgeschäft.
Spitzenreiter ist unverändert Bosch, auch wenn der Abstand zu Verfolger Denso geschrumpft ist - was vor allem währungstechnische Gründe hat. Getriebe- und Lenkungsspezialist ZF Friedrichshafen ist das dritte deutsche Unternehmen in der Spitzengruppe. Nahe dran wäre auch ThyssenKrupp, addierte man zu den gut elf Milliarden Dollar Erstausrüstungsgeschäft von ThyssenKrupp Technologies noch weitere Automobilaktivitäten des Konzerns hinzu. So setze ThyssenKrupp Steel im Geschäftsjahr 2006/2007 weitere 6,85 Milliarden Dollar mit der Automobilindustrie um.
Insgesamt nehmen 23 deutsche Unternehmen einen Platz unter den 100 umsatzstärksten Zulieferern ein. Den größten Sprung nach vorn gab es für den bayerischen Zulieferer Webasto. Der Spezialist für Dachsysteme, Schiebedächer und Standheizungen kletterte von Rang 90 auf 81.
Wachstum mit Zukäufen
Eine ähnliche Entwicklung hat Mahle in der Auflistung vollzogen. Die Stuttgarter stiegen um acht Ränge von 32 auf 24. Zum Umsatzwachstum des Herstellers von Motorkomponenten haben unter anderem die Zukäufe des Motorenteile-Geschäfts des US-Zulieferers Dana und des Geschäftsfelds Luftansaugsysteme und Luftfiltration von Siemens VDO beigetragen.
Kurz vor dem Sprung unter die ersten 50 steht Brose. Der Spezialist für Türmodule, Sitzverstellungen und Fensterheber ist im vergangenen Jahr von Platz 55 auf 52 vorgerückt. Auch das Unternehmen aus Coburg hatte sich im vergangenen Jahr verstärkt. Die Franken hatten im Dezember 2007 von Continental mehrere Werke übernommen, die zuvor zu Siemens VDO gehört hatten. Dazu zählen die ehemalige VDO-Sparte Electric Motor Devices sowie das Kühlerlüftergeschäft. Weltweit waren von der Akquisition mehr als 4000 Mitarbeiter betroffen, darunter knapp 1800 in Deutschland.
Karmann verliert an Boden
Weiter abwärts im Ranking ging es hingegen für Karmann - von 69 auf 79. Die Niedersachsen konnten das rückläufige Geschäft im Fahrzeugbau nicht durch die sich gut entwickelnden Umsätze mit Verdecksystemen kompensieren. Erfreulicher hingegen die Entwicklung bei Magna: Der zum weltweit drittgrößten Zulieferer gehörende Auftragsfertiger Magna Steyr hatte sich jüngst mehrere Aufträge für den Fahrzeugbau und somit weiteres Wachstum gesichert.