Herzogenaurach. Der Bekanntheitsgrad der Schaeffler-Gruppe dürfte sich 2008 vervielfacht haben. Der Einstieg des eher diskret agierenden fränkischen Automobilzulieferers beim umsatzstärkeren DAX-Konzern Continental hat dem Hersteller von Wälzlagern eine Vielzahl von Schlagzeilen beschert.
Doch bei allem Mut und der industriellen Logik, die hinter dem Einstieg des auf Präzisionsmechanik spezialisierten Zulieferers beim Elektronik- und Reifenspezialisten Conti steckt, bleibt es in Zeiten der Finanz- und Absatzkrise ein großes Risiko. Wenn die Übernahme jedoch gelingt, entsteht ein Zulieferer-Schwergewicht, das im Bereich Antriebstechnik eine große Palette an Technologien abdeckt. Die von Jürgen M. Geißinger geführte Schaeffler-Gruppe tut indes alles, um die Stimmen zu beruhigen, die vor einem Scheitern der Übernahme warnen.
Die Kreditfinanzierung steht, heißt es in Herzogenaurach. Um den Einstieg bei Conti zu stemmen, hat Schaeffler bei Banken Kredite in Höhe von rund 16 Milliarden Euro aufgenommen. Viel hängt auch davon ab, ob Schaeffler einen strategischen Investor findet, der einen größeren Anteil an Conti übernimmt. Nächster Zwischenschritt: Am 19. Dezember erwarten die Franken für den Deal das Ja aus Brüssel.