München. Obwohl Volkswagen bereits seit 2003 erfolgreich Doppelkupplungsgetriebe (DKG) in mehreren Konzernmarken anbietet, zögern andere Volumenhersteller bei der Einführung dieser Technologie. Der Grund: Die Herstellungskosten liegen über denen konventioneller Wandler-Automatikgetrieben, der entsprechende Aufpreis kann den Kunden jedoch kaum vermittelt werden. „Die Kosten für Doppelkupplungsgetriebe und Automatikgetriebe werden sich erst in einigen Jahren annähern“, sagt Chris Guile, Getriebe-Experte beim Marktbeobachter CSM Worldwide.
So koste das Doppelkupplungsgetriebe, das Ford unter anderem im Focus anbietet, rund 50 Prozent mehr als ein Wandlerautomat. Deshalb will Opel frühestens im nächsten Astra ein solches Getriebe einführen – und auch das erst rund ein Jahr nach dem Debüt des Modells, also nicht vor Ende 2010. Selbst für das Mittelklassemodell Insignia werden zunächst nur herkömmliche Automatikgetriebe angeboten. „Die Herausforderung liegt in den Kosten“, erklärt Rita Forst, Direktorin für Fahrzeugentwicklung bei GM Europe.
Laut Forst wäre der erforderliche Mehrpreis „unseren Kunden nicht zumutbar“. Gerhard Wagner, Mitglied der Unternehmensleitung von ZF, macht deutlich, warum ein DKG auch künftig teurer sein wird: „Beim Wandlerstufenautomat muss man zwar einen großen Aufwand betreiben, um die Werkzeuge herzustellen, aber dann kommen die Teile aus der Presse. Das ist günstiger als die spanend bearbeiteten Teile des DKG.“