Odelzhausen. Der Schock saß zunächst tief. Im Jahr 2005 sah sich der Sitzheizungshersteller W.E.T. mit einer Schadenersatzforderung in Höhe eines deutlich zweistelligen Millionenbetrags durch einen seiner Hauptkunden in den USA konfrontiert. Schmorstellen in den Sitzbezügen hatten die Nachbearbeitung oder den Austausch der Sitzheizung bei verschiedenen Modellreihen des Autoherstellers erforderlich gemacht.
Mittlerweile hat sich W.E.T., dessen Großaktionär der Finanzinvestor HG Capital ist, mit dem Kunden außergerichtlich geeinigt. Zudem hat das Unternehmen aus dem bayerischen Odelzhausen in den vergangenen Jahren viel Geld in eine robustere Technik investiert. "Auch bei den Kunden wird wieder mehr Wert auf die Weiterentwicklung dieses Komfortfeatures gelegt", erklärt Vorstandschef Caspar Baumhauer.
Kernprodukte von W.E.T. sind Komponenten für die Beheizung oder Kühlung von Autositzen. Knapp 60 Prozent des Geschäfts entfallen auf Sitzheizungen, deren Anteil am Umsatz bereits bei über 80 Prozent lag. Die Zahl der Anbieter in diesem Bereich steigt: Vor allem in den asiatischen Ländern Japan, China und Korea gibt es bei Sitzheizungen neue Wettbewerber, "die recht aggressiv vorgehen", wie Baumhauer konstatiert. Einige von ihnen erwartet er künftig auch als Konkurrenten in Westeuropa.