Besonders die Einmalzahlungen brächten nichts. "Einmalzahlungen, wenn sie aufgebraucht sind, sind weg. Was wir wollen, sind Strukturerhöhungen", sagte Huber. Das IG Metall-Vorstandsmitglied Helga Schwitzer betonte, die Acht-Prozent-Forderung sei trotz globaler Finanzkrise realistisch. "Wir haben eine Finanzkrise, aber wir haben keine Krise, die dazu führen würde, dass die Einkommen nicht bezahlt werden können", sagte sie "Bayern 2".
Die Arbeitgeber kritisierten die Warnstreiks erneut als unverantwortlich. Die Arbeitsniederlegungen seien schädlich für die Unternehmen, erklärte der Präsident des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie NRW, Horst-Werner Maier-Hunke, in Düsseldorf. So sei es möglich, dass Liefertermine nicht eingehalten werden könnten. Der Hauptgeschäftsführer von HessenMetall, Volker Fasbender, verteidigte das Lohnangebot. Bei den zu erwartenden außerordentlich schlechten Erträgen im kommenden Jahr stelle es einen fairen Kompromiss dar und gleiche die zu erwartende Teuerung aus.
Beim Autobauer Ford in Saarlouis und beim Rasierklingenhersteller Gillette in Berlin war die Produktion nach Gewerkschaftsangaben am Montag vorübergehend lahmgelegt. Im Daimler-Werk Wörth in Rheinland- Pfalz werden der Gewerkschaft zufolge durch den sechsstündigen Produktionsstopp rund 190 Lastwagen weniger produziert. In dem Bundesland legten insgesamt rund 5000 Metaller die Arbeit nieder. In Düsseldorf versammelten sich laut Gewerkschaft 2200 Beschäftigte vor den Toren des Transporter-Werkes von Daimler.
In Bayern legten in der Nacht zu Montag Mitarbeiter von BSH Bosch und Siemens Hausgeräte in Dillingen sowie Beschäftigte des Automobil- Zulieferers Valeo in Wemding bei Ingolstadt vorübergehend ihre Arbeit nieder. Beim Autozulieferer Helag im baden-württembergischen Nagold traten 200 Mitarbeiter ihre Frühschicht nicht zur regulären Zeit an. In Thüringen nahmen 300 Mitarbeiter des Siemens Generatorenwerks in Erfurt an den Warnstreiks teil.
Gelingt bis Mitte November kein Durchbruch, kann die Gewerkschaft die Verhandlungen für gescheitert erklären und ihre Mitglieder zur Urabstimmung über einen unbefristeten Arbeitskampf aufrufen. Der letzte Streik fand 2002 statt. Die Streikkasse der IG Metall ist nach Ansicht eines Experten gut gefüllt. Wie die "Bild"-Zeitung (Montag) unter Berufung auf Branchenkreise meldet, verfügt die Gewerkschaft über Rückstellungen von rund zwei Milliarden Euro.