Bonn. Mit Hilfe der deutschen Steuermilliarden für die Abwrackprämie hat vor allem die asiatische Autoindustrie ihre Marktanteile in Deutschland erhöht. Das haben am Donnerstag veröffentlichte Berechnungen der Strategieberatung Simon-Kucher in Bonn ergeben. Die Berater haben die bisherigen Marktanteile im Kleinwagensegment mit den Marktanteilen bei den Verkäufen per Abwrackprämie verglichen. Als einziger deutscher Hersteller hat demnach Volkswagen aufgrund der Prämie den Marktanteil erhöhen können. Die anderen deutschen Hersteller verloren Marktanteile, darunter auch Ford und Opel. Profiteure waren vor allem die Koreaner.
Der Marktanteil von Kia (Korea) im Kleinwagensegment lag um das Dreifache über dem bisherigen. Die Schwestermarke Hyundai konnte ihren Anteil mehr als verdoppeln. Der japanische Autobauer Mazda legte um 60 Prozent zu, der Konkurrent Subaru um 50 Prozent und Honda um 29 Prozent (alle Japan). Als einziger deutscher Hersteller im Plus folgt VW an sechster Stelle mit 25 Prozent höherem Marktanteil. Das Premiumsegment, in dem die deutschen Autobauer stark präsent sind, habe von der Abwrackprämie so gut wie gar nicht profitiert. "In diesem Segment haben die deutschen Premiumanbieter entweder gar keine Angebote, wie beispielsweise Audi, oder nur verhältnismäßig teure Angebote, wie der Mini bei BMW oder seien nie Neuwagenkunden von Audi, Mercedes und BMW gewesen– und seien es unter den gegebenen Voraussetzungen auch logischerweise nicht geworden. Die größte Möglichkeit für die Premiumhersteller, von der Umweltprämie zu profitieren, sei der Verkauf von Jahreswagen aus dem Bereich der Kompaktklasse.