Detroit. Die US-Zulieferindustrie hat die amerikanische Regierung um bis zu 20,5 Milliarden Dollar Staatshilfe gebeten. Einen entsprechenden Antrag hat der Zulieferverband "Motor & Equipment Manufacturers Association" zum 1. Februar an das US-Finanzministerium gesandt. Von der Gesamtsumme sollen zehn Milliarden Dollar auf direkte Kredite entfallen, wie Neil de Koker, Präsident des in Detroit ansässigen Zulieferverbands "Original Equipment Suppliers Association", sagte. Zusätzlich sollen laut de Koker weitere 10,5 Milliarden Dollar an die drei großen US-Hersteller General Motors, Ford und Chrysler fließen, damit diese ihre Lieferantenrechnungen innerhalb von zehn Tagen bezahlen können. Üblich ist bisher eine Zahlungsfrist von 45 Tagen. Nach der Einschätzung von de Koker werden ohne sofortige Staatshilfe hunderte von Zulieferbetriebe schließen oder Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragen müssen.
Das US-Finanzministerium hat bereits 24,9 Milliarden Dollar an Staatshilfen für die stark insolvenzgefährdeten Hersteller General Motors und Chrysler sowie ihre Finanzierungstöchter bewilligt. Weitere 25 Milliarden Dollar sind für die Neuausstattung von Hersteller- und Zulieferer-Fabriken vorgesehen. Außerdem sollen weitere Mittel für Konsumentenkredite - auch für den Autokauf - freigegeben werden. Im Januar brach der US-Automarkt um über 37 Prozent ein und erreichte mit 656.881 Einheiten den niedrigsten Stand für einen Monat seit 1981.