Dearborn. Der Autobauer Ford will in den USA weiter Personal abbauen. 41.000 Angestellten wurden Abfindungen in Höhe von bis zu 75.000 Dollar (rund 52.000 Euro) angeboten, sagte eine Konzernsprecherin am Montag (Ortszeit) am Unternehmenssitz in Dearborn (Michigan). In Europa sei hingegen kein Stellenabbau geplant, unterstrich eine Ford-Sprecherin in Köln am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Wir haben hier in Deutschland Standortsicherung, und hier werden keine Stellen abgebaut", betonte sie.
In den USA seien in der Fertigung auch nach vorhergehendem Stellenabbau zu viele Mitarbeiter beschäftigt. "Wir haben noch immer einen Überschuss an Angestellten in der Fertigung, und wir arbeiten mit der (Gewerkschaft) UAW, um zu versuchen, das zu regeln", sagte Ford-Sprecherin Marcey Evans. Den genauen Umfang des angestrebten Jobabbaus nannte sie nicht. Das freiwillige Angebot laufe bis zum 22. Januar.
Im vergangenen Monat hatten die Ford-Mitarbeiter ein zwischen der Konzernleitung und der UAW ausgehandeltes Sparpaket abgelehnt. Ford hatte seinen Angestellten in diesem Jahr schon einmal Abfindungen angeboten, wenn sie das Unternehmen verlassen. Zuletzt hatten aber nur 1000 Mitarbeiter das Angebot angenommen.
Durch die Sparrunden will Ford bei den Arbeitskosten mit den Wettbewerbern gleichziehen - etwa durch das Einfrieren von Einstiegslöhnen. Die Konkurrenten hatten die Zugeständnisse der Belegschaft in ihren Insolvenzverfahren erzwungen.
Ford kommt bei seiner Sanierung deutlich schneller voran als die heimischen Rivalen General Motors (GM) und Chrysler, die von der US- Regierung gestützt wurden. Der zweitgrößte US-Autobauer fuhr 2009 bereits zwei Quartale in Folge einen Überschuss ein. Im dritten Quartal lag der Gewinn bei 997 Millionen Dollar (675 Millionen Euro). Der Umsatz fiel allerdings im dritten Quartal noch einmal um 800 Millionen Dollar auf 30,9 Milliarden Dollar.