Stuttgart/Noida. Der finanziell angeschlagene Autospiegelhersteller Visiocorp ist vom indischen Zulieferer Motherson Sumi Systems übernommen worden. Der Kaufpreis soll 25 Millionen Euro in bar und rund 1,5 Millionen Euro in Aktien betragen. Das teilte das in Noida bei Neu Delhiansässige Unternehmen am heutigen Montag (9. März) mit. Visiocorp, die frühere Stuttgarter Schefenacker AG, beliefert neben großen deutschen Autobauern unter anderem General Motors, Toyota und Tata mit Autospiegeln. Die Aktien gingen als Anteile an der neuen Visiocorp Holding an die bisherigen Hauptanteilseigner, die Hedge-Fonds BlueBay und Davidson Kempner, sagte ein Sprecher von Motherson Sumi.
Der Gruppen-Umsatz von Visiocorp lag 2008 bei rund 660 Millionen Euro, hieß es. Die genauen Zahlen zum Jahresabschluss lägen noch nicht vor. Ein Sprecher von Motherson Sumi betonte, das indische Unternehmen habe nur die operativen Firmenteile von Visiocorp übernommen, jedoch nicht die hohen Schulden der Holding. Die Verbindlichkeiten beliefen sich laut letztem Geschäftsbericht auf rund 300 Millionen Euro. 2006 war der internationale Hauptsitz von Visiocorp ins britische Portchester verlegt worden. Die Gruppe beschäftigt weltweit 4400 Mitarbeiter, davon 350 in Deutschland. (Mit Material von dpa)