Detroit/Kalkar. General Motors verkauft seit dem 11. August in Kalifornien Neuwagen seiner Marken Chevrolet, Buick, GMC und Pontiac über eine Kooperation mit dem Online-Auktionshaus Ebay. Sollte der bis zum 8. September befristete Test erfolgreich verlaufen, will GM den Ebay-Verkauf auf weitere Bundesstaaten ausdehnen. In der deutschen Opel-Händlerschaft treffen diese Vorstellungen jedoch rundweg auf Ablehnung. "Solche Pläne wären für den deutschen Vertrieb tödlich“, sagt Heiner H. Janssen, Inhaber eines Opel-Autohauses in Kalkar und Vorsitzender im Marketing- und Vertriebsausschuss des Opel- und Chevrolet-Händlerverbands VDOH. "Langfristig würde sich damit der Handel selbst sein Grab schaufeln“, warnt Janssen.
An dem Versuch von General Motors in Kalifornien beteiligen sich mehr als 225 Händler. Auf der Internetseite www.gm.ebay.com bieten sie derzeit rund 20.000 nagelneue Fahrzeuge aus den Jahren 2008 und 2009 zum Verkauf an. GM-Verkaufschef Mark LaNeve zeigt sich begeistert: "Zusammen mit Ebay Motors und unseren Händlern erfinden wir den Autokauf für unsere kalifornischen Kunden neu.“ Und Rob Chesney, Chef von Ebay Motors in den USA, argumentiert: "Wir helfen den Händlern von GM, ihren Showroom zu erweitern.“ Opel-Händler Janssen hält dagegen: "Die Autos werden technisch anspruchsvoller. Das will der Kunde erklärt bekommen und bei Vorführungen erfahren.“ Außerdem komme fast kein Autokauf mehr ohne erklärungsbedürftige Finanzierung und Versicherung aus. Zwar hätten vereinzelt auch schon Opel-Händler in Deutschland tageszugelassene Neuwagen über Ebay verkauft. Wirklich erfolgreich seien diese Versuche aber nicht verlaufen.