Hamburg. Der Vorsitzende des BMW-Gesamtbetriebsrats, Manfred Schoch, hat eine vom Personalressort des Premiumherstellers verfügte Kürzung der Arbeitszeit mit ungewöhnlich harschen Worten verurteilt. Dies belegt eine Abschrift der Rede, die Schoch im Rahmen der Betriebsversammlung Mitte Juli in München hielt. Das Dokument liegt Automobilwoche vor.
Er wolle "sehr deutlich hervorheben", wie unzufrieden die Arbeitnehmer und ihre Vertreter darüber seien, "mit welcher Rücksichtslosigkeit die Reduzierung der 40-Stunden-Verträge durchgeführt wurde". Mit der unpopulären Maßnahme reagiert BMW in ausgewählten Bereichen unter anderem auf die durch die Autokrise verursachten Auftragsrückgänge. "Der Betriebsrat hatte hierzu eine sehr deutliche Aussage getroffen", so Schoch. "Jahrelang hat das Unternehmen die Position vertreten, die 35-Stunden-Woche sei der falsche Weg, und die Mitarbeiter benötigten unbedingt eine 40-Stunden-Woche, um den Arbeitsaufwand abdecken zu können. All diese Argumente erweisen sich nun als blanker Hohn".