New York/ Detroit. Das Grauen am US-Markt nimmt kein Ende. Alle dort aktiven großen Autobauer mussten auch im vergangenen Monat Absatzrückgänge hinnehmen. Bei Porsche fiel er am höchsten aus. Die Verkäufe gingen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 62 Prozent auf 1072 Fahrzeuge zurück, wie das Stuttgarter Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Dabei war der Rückgang vor allem auf die schwache Nachfrage nach dem Geländewagen Cayenne zurückzuführen, dessen Verkäufe um 72 Prozent auf 336 Stück einbrachen. Der Absatz der Mittelmotor-Baureihe mit den Modellen Boxster und Cayman sank um zwei Drittel auf 287 Stück. Vom Sportwagen 911 gingen mit 449 Fahrzeugen 40 Prozent weniger an die Kunden. Porsche hofft nun auf neue Impulse durch die vierte Baureihe Panamera, die im Oktober in Nordamerika an den Start geht.
Dagegen sah der Rückgang bei Volkswagen mit 18 Prozent auf 19.027 Fahrzeuge vergleichsweise milde aus. Im Juni 2008 hatte VW 23.208 Autos veräußert. Seit Jahresbeginn wurden mit 97.008 Einheiten 16 Prozent weniger Fahrzeuge abgesetzt als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die VW-Tochter Audi schnitt noch besser ab. Sie kam auf einen vergleichsweise moderaten Absatzrückgang. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurden mit 7524 Fahrzeugen 8,3 Prozent weniger verkauft. Seit Jahresanfang ist der Absatz um 15,9 Prozent auf 37.845 Stück gesunken. BMW hat im abgelaufenen Monat in den USA 20,3 Prozent weniger Neuwagen abgesetzt. Der Absatz sank auf 20.849 Stück, wie der Autohersteller am Mittwoch mitteilte. Der Absatz der Marke BMW ging im Juni um 20,1 Prozent auf 16.744 Autos zurück. Vom Kleinwagen Mini setzte BMW 4105 Fahrzeuge ab. Dies waren 21,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor.
Daimler musste im Juni in den USA einen herben Absatzeinbruch bei seiner Kleinwagenmarke Smart verkraften. Mit 1116 Fahrzeugen wurden die Verkäufe des Stadtwagens im Vergleich zum Vorjahresmonat mehr als halbiert. Insgesamt gingen die Verkäufe der Daimler Pkw-Sparte im Juni um über 26 Prozent auf 16.271 Wagen zurück. Die Kernmarke Mercedes-Benz lag mit knapp 23 Prozent im Minus bei 15.155 Fahrzeugen. Im ersten Halbjahr hat Daimler in den USA damit nun über 28 Prozent weniger Autos als im Vorjahreszeitraum verkauft. Der Absatz sank von 130.678 auf 93.655 Stück. Smart war im vergangenen Jahr in den Vereinigten Staaten überraschend erfolgreich gestartet. Dies hatte die Stuttgarter ermutigt, den Stadtwagen in diesem Jahr auch in anderen Ballungszentren, wie im brasilianischen Sao Paulo, anzubieten.