München. Toyota rutscht immer tiefer in die Krise. Jahrzehntelang ging es für den erfolgsverwöhnten Autobauer nur aufwärts. Während bei den Rivalen Kosteneinsparungen auf der Tagesordnung standen, entwickelte Toyota mit größtem Nachdruck, baute seine Produktionskapazitäten seit 2001 um 500.000 Fahrzeuge aus und leistet sich mit dem Hybridfahrzeug Prius seit Jahren ein imageförderndes, aber defizitäres Modell. Innerhalb weniger Monate verwandelte sich das einst bewunderte Vorbild-Unternehmen in einen Problemfall.
Jetzt räumte Toyota ein, dass der erwartete operative Verlust im bis Ende März laufenden Geschäftsjahr rund 350 Milliarden Yen (rund drei Milliarden Euro) betragen wird. Dabei hatte das Unternehmen erst im Dezember angekündigt, zum ersten Mal in seiner Geschichte auf einen operativen Verlust zuzusteuern. Damals hatte die Konzernführung aber „nur“ einen Fehlbetrag von umgerechnet 2,2 Milliarden Euro erwartet.
Die Folge: Jetzt gehören die branchenüblichen Kostensenkungsprogramme auch bei Toyota zum Tagesgeschäft. Bereits im vergangenen Herbst richtete der Konzern ein „Emergency Profit Improvement Committee“ ein, das Vorschläge zur Einsparung von umgerechnet 1,1 Milliarden Euro vorlegen soll. Mit anderen Worten: Seit Ende 2008 steht bei Toyota nahezu alles auf dem Prüfstand.